Nachhaltige Sportstätten

Neben bestehenden Stadien wie zum Beispiel Wimbledon oder Wembley wurden für die Olympischen Spiele in London nur Sportstätten errichtet, die später einen Zweck für die Region erfüllen oder zu 100 Prozent rückbau- und wiederverwendbar sind. Im Olympischen Park stechen aus energetischer Sicht die folgenden sieben Bauwerke heraus:

1 Olympiastadion

Um das HDTV-Erlebnis für die Fernsehzuschauer zu perfektionieren, beleuchten 532 individuelle Flutlichter in 14 Türmen das Olympiastadion. 338 Kilometer Stromkabel wurden verlegt. Im Vergleich zu anderen Olympiastadien wurde deutlich weniger Stahl verbaut. Als Dachträger kommen ausgemusterte Gas-Pipelines zum Einsatz. Durch Weglassen des oberen Tribünenteils kann die Kapazität nach den Olympischen Spielen von 80 000 auf 25 000 Plätze reduziert werden – ein Novum in der olympischen Geschichte.

2 Schwimmhalle

Das Dach der von Zaha Hadid entworfenen Schwimmhalle besteht aus 100 Prozent rezykliertem Aluminium. Nach den Olympischen Spielen wird mit dem Abbau der seitlichen Tribünen die Kapazität von 17 500 auf 2500 Plätze reduziert, und ein Begegnungsort für die örtliche Bevölkerung entsteht. Das überfliessende Wasser der Schwimmbecken wird unter anderem für die Toilettenspülungen verwendet.

3 Velodrom

Dank des ressourcensparenden Seiltragwerks, der kompakten Bauweise, der natürlichen Ventilation und der lichtspendenden Dachfenster ist das Velodrom die nachhaltigste Sportstätte vor Ort. Die Form des Daches begünstigt ausserdem das Sammeln von Regenwasser (Wassereinsparungen von 70 Prozent). Die Velorennbahn besteht aus Sibirischer Pinie – FSC-zertifiziert.

4 Basketball-Arena

Nach den Olympischen Spielen kommen die 20 000 Quadratmeter grosse weisse PVC-Membrane und alle anderen Bauelemente anderswo zum Einsatz. Die Basketball-Arena ist das grösste temporäre Gebäude in der Geschichte der Olympischen Spiele.

5 Copper Box (Handball)

88 Röhren in der Decke der Handball-Arena lassen das natürliche Licht ins Innere und reduzieren den Stromverbrauch für die Beleuchtung. Die 3000 Quadratmeter grosse Kupferoberfläche der Aussenhülle besteht zu 65 Prozent aus Produktionsabfällen.

6 Unterstation

Die aus Bauschutt bestehender Gebäude errichtete Unterstation verteilt die Elektrizität mithilfe über 100 Kilometer neu verlegter Erdkabel. Insgesamt konnten dadurch 52 Strommasten entfernt werden. Die zentrale Lage minimiert die Verluste bei der Stromübertragung. Auf dem Dach sollen bald Pflanzen und Tiere heimisch werden. Nach den Olympischen Spielen können bis zu 10 000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

7 Kraftwerk

Das eigens gebaute Blockheizkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Das heisst, die Abwärme, welche bei der Produktion von Strom aus Biogas entsteht, wird zum Heizen (46,5 MW) und zum Kühlen (16 MW) verwendet. Das Energy Centre, in dem sich ausserdem eine Holzschnitzelheizung (3 MW) befindet, wird das Quartier auch nach dem Abschluss der Olympischen Spiele mit Strom und Fernwärme versorgen. Die Verantwortlichen rechnen mit Einsparungen von jährlich 1000 Tonnen CO2.

Olympiastadion
Schwimmhalle
Velodrom
Basketball-Arena
Copper Box (Handball)
Unterstation
Kraftwerk